Von der Faszination vom Fliegen über die ersten Schritte als Neuling bis zum erfolgreichen Solo-Flug – wir haben mit Avionik-Influencerin FlyingJul gesprochen. Im Interview gibt die junge Pilotin einen Einblick dazu, wie sie zum Fliegen gekommen ist, was sie daran fasziniert und wieso sie besonders Ultraleichtflugzeuge ins Herz geschlossen hat.
Wie bist du ursprünglich zur Fliegerei gekommen – und wann hast du gemerkt, dass Ultraleichtflugzeuge für dich eine besondere Faszination haben?
Meine Begeisterung fürs Fliegen hat tatsächlich mit einem Rundflug angefangen. Den habe ich damals an einem größeren Flughafen gemacht. Während des Fluges durfte ich sogar kurz selbst steuern – und genau in diesem Moment hat es mich gepackt. Dieses Gefühl von Freiheit und die Perspektive von oben haben mich sofort begeistert.
Kurz danach kam allerdings die Corona-Zeit und gleichzeitig bin ich auch umgezogen. Dadurch hat sich mein Weg in der Fliegerei ein bisschen verändert. Ich bin dann an einem kleineren Flugplatz in einen Verein gekommen und habe dort weitergemacht. Gerade dieses Vereinsleben hat mich begeistert. Der Zusammenhalt am Flugplatz ist etwas ganz Besonderes – man hilft sich gegenseitig, tauscht Erfahrungen aus und verbringt viel Zeit gemeinsam am Platz. Außerdem konnte ich dort viel von erfahreneren Piloten lernen.
Was ich dabei besonders schön finde, ist dieses Gemeinschaftsgefühl. Man trifft sich nicht nur zum Fliegen, sondern verbringt auch viel Zeit zusammen, spricht über Flugerlebnisse oder plant gemeinsame Ausflüge. Dadurch habe ich noch einmal eine ganz andere Freude an der Fliegerei entwickelt.
Erinnerst du dich noch an deinen ersten Flug in einem Ultraleichtflugzeug? Was ist dir dabei besonders im Gedächtnis geblieben?
Mein erster Flug in einem Ultraleichtflugzeug war ein besonderes Erlebnis, weil es sich ein bisschen anders angefühlt hat als in größeren Maschinen. Alles wirkt etwas kompakter und man hat eine offene Sicht nach draußen, wodurch die Landschaft und die Umgebung noch intensiver wirken.
Gleichzeitig war ich überrascht, wie modern Ultraleichtflugzeuge heute ausgestattet sind. Im Cockpit findet man häufig digitale Displays und moderne Avionik, wodurch das Fliegen sehr übersichtlich und angenehm wird.

Was macht für dich den besonderen Reiz am Fliegen mit Ultraleichtflugzeugen aus – gerade im Vergleich zu größeren Flugzeugklassen?
Was mich am UL-Fliegen besonders begeistert, ist die Kombination aus Freiheit, Flexibilität und der Möglichkeit, relativ unkompliziert in die Luft zu kommen.
Gerade im Vereinsleben spielen Ultraleichtflugzeuge dabei eine große Rolle. Sie sind im Betrieb oft günstiger, wodurch Fliegen für viele Menschen zugänglicher wird. Außerdem sind sie perfekt, wenn man allein oder vielleicht zu zweit unterwegs ist – man muss also nicht immer eine größere Maschine nutzen. Genau diese Mischung aus Praktikabilität und Flugerlebnis macht für mich den besonderen Reiz aus.
Du teilst deine Flugerlebnisse regelmäßig mit deiner Community. Was motiviert dich, Content über das Fliegen zu produzieren, und welche Reaktionen bekommst du darauf?
Ich teile meine Flüge auf Social Media, weil ich zeigen möchte, wie faszinierend Fliegen sein kann und dass es für viele Menschen greifbarer ist, als sie vielleicht denken. Besonders wichtig ist mir dabei auch, Frauen zu inspirieren, weil sie in der Luftfahrt noch immer eher in der Minderheit sind.
Außerdem versuche ich zu zeigen, dass Ultraleichtfliegen oft viel zugänglicher ist, als die meisten glauben. Viele denken sofort, Fliegen wäre unbezahlbar oder nur für wenige möglich. Gerade der UL-Schein ist im Vergleich zu anderen Lizenzen deutlich erschwinglicher. Ich bin selbst noch in der Ausbildung und mache das Fliegen nebenbei – deshalb ist es mir wichtig zu zeigen, dass man diesen Traum mit Leidenschaft und Engagement durchaus verwirklichen kann.
Gerade Frauen möchte ich zeigen, dass Fliegen kein unerreichbarer Traum sein muss. Man muss nicht aus einer Pilotenfamilie kommen – manchmal reicht ein Rundflug, um zu merken, dass dieser Weg auch für einen selbst möglich ist.
Viele Menschen haben noch nie in einem UL gesessen. Was überrascht Neulinge deiner Erfahrung nach am meisten, wenn sie zum ersten Mal mitfliegen?
Die meisten Neulinge sind beim ersten Mitflug überrascht, wie ruhig und entspannt sich ein Flug eigentlich anfühlt. Von unten wirkt ein kleines Flugzeug oft spektakulärer oder vielleicht sogar etwas wackelig. In der Luft merkt man aber schnell, wie angenehm und stabil das Ganze sein kann.
Und natürlich ist die Aussicht immer etwas ganz Besonderes. Die Landschaft von oben zu sehen, verändert oft komplett die Perspektive.
Gab es einen Flug oder ein Erlebnis in der Luft, das für dich besonders prägend oder unvergesslich war?
Mein prägendster Moment war definitiv mein erster Solo-Flug. Das kam an diesem Tag völlig unerwartet, weil ich eigentlich Flugleiterdienst an unserem Platz hatte. Ich bin ganz normal zum Flugplatz gekommen und hatte überhaupt nicht damit gerechnet, dass dieser Tag so besonders werden würde.
Als mein Fluglehrer dann meinte, dass ich heute allein fliegen könnte, war ich natürlich erstmal überrascht – aber gleichzeitig unglaublich glücklich. Der Moment, in dem man zum ersten Mal allein im Cockpit sitzt und startet, ist etwas ganz Besonderes.
Als ich wieder gelandet bin, standen tatsächlich einige Leute vom Platz da, die das mitbekommen hatten und mir direkt gratuliert haben. Diese Unterstützung und die Freude am Platz haben diesen Flug für mich wirklich unvergesslich gemacht.
Du fliegst bzw. arbeitest mit Junkers Aircraft zusammen. Was zeichnet die Ultraleichtflugzeuge von Junkers deiner Meinung nach besonders aus?
Was ich an den Ultraleichtflugzeugen von Junkers besonders spannend finde, ist die Verbindung aus Geschichte und moderner Luftfahrt. Das klassische Wellblech-Design erinnert stark an die frühen Jahre der Luftfahrt und macht die Flugzeuge sofort wiedererkennbar. Gleichzeitig sind sie technisch auf dem modernsten Stand und verbinden damit Tradition und Innovation.
Junkers steht für eine sehr charakteristische Designsprache mit historischem Bezug. Wie erlebst du das Zusammenspiel aus klassischem Design und moderner Technik im Cockpit?
Gerade im Cockpit merkt man, wie stark sich die Technik in den letzten Jahren weiterentwickelt hat. Viele Ultraleichtflugzeuge sind heute mit moderner Avionik und digitalen Systemen ausgestattet, die das Fliegen sehr übersichtlich machen.
Durch meine Ausbildung zur Fluggerätelektronikerin finde ich diesen technischen Aspekt besonders spannend. Ich beschäftige mich beruflich mit den Systemen in Flugzeugen und finde es faszinierend zu sehen, wie viel Technik hinter der Avionik und den elektronischen Komponenten steckt.

Du erreichst mit deinem Content viele Menschen, die sich vielleicht zum ersten Mal mit Fliegerei beschäftigen. Glaubst du, dass Social Media dabei helfen kann, mehr Menschen für die UL-Luftfahrt zu begeistern?
Ich glaube, Social Media kann eine große Rolle dabei spielen, Menschen für die Fliegerei zu begeistern. Viele kommen sonst gar nicht mit dem Thema in Berührung. Wenn sie dann sehen, wie ein Flug wirklich aussieht und wie viel Freude das macht, wird das Ganze viel greifbarer – und vielleicht traut sich der eine oder andere, selbst den ersten Schritt zu machen.
Gleichzeitig merkt man in der Fliegerei auch, wie stark die Community ist. Piloten unterstützen sich oft gegenseitig, tauschen Erfahrungen aus und helfen gerade Einsteigern sehr viel weiter. Dieses Gemeinschaftsgefühl ist etwas, das ich an der Fliegerei besonders schätze.
Wenn du in die Zukunft der Ultraleichtfliegerei schaust – welche Entwicklungen oder Trends findest du besonders spannend?
Ich finde besonders spannend, wie sich Ultraleichtflugzeuge in den letzten Jahren technisch weiterentwickelt haben und immer moderner werden. Viele ULs sind heute bereits mit moderner Avionik ausgestattet, und auch bei Themen wie Effizienz und Reichweite hat sich viel getan. Dadurch eröffnen sich immer mehr Möglichkeiten, auch längere Strecken zu fliegen und die Fliegerei noch vielseitiger zu erleben.




